Keramikimplantate

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, auf denen Kronen, Stege oder teleskopierender Zahnersatz befestigt wird. Früher wurden Implantate ausschließlich aus Titan hergestellt. Man versuchte jedoch, metallfreie Lösungen zu entwickeln. Bis vor einiger Zeit wurden Keramikimplantate aus Aluminiumoxid-Keramik angefertigt, welche im Vergleich zu Titanimplantaten schlechte Eigenschaften aufzeigten. Neu erschienen sind Zirkonium-Keramikimplantate, welche bessere Ergebnisse liefern als ihre Vorgänger.

Was ist besser – Keramik oder Titan?

Titan ist sehr gut körperverträglich, jedoch kann es Metallanteile in das umliegende Gewebe abgeben. Keramikimplantate geben hingegen keinerlei Stoffe in das umschließende Gewebe ab. Daher sind sie bestens geeignet, wenn Patienten eine Allergie oder eine Metallunverträglichkeit aufweisen.

Trotzdem bleibt der Einsatz von Keramikimplantaten eingeschränkt, da diese nur in gerader Form hergestellt werden können.

Titan- wie auch Keramikimplantate haben eine gute Stabilität im Knochen und weisen eine sehr lange Lebensdauer auf.

Bei Zahnfleischrückgang ist ein Zirkonium-Keramikimplantat ästhetisch die bessere Wahl, da es die gleiche Zahnfarbe wie die umliegenden Zähne besitzt. Oft werden beim Einsatz dieser metallfreien Implantate auch Keramikinstrumente verwendet, um den Körper einer möglichst geringen Metallkontaminierung auszusetzen.

Ein erheblicher Nachteil sind die hohen Kosten der Zirkon-Keramikimplantate, denn sie sind wesentlich teurer als Titanimplantate. Zudem können im Falle einer Sofortimplantation Keramikimplantate nicht verwendet werden, da die Gefahr einer knochenauflösenden Entzündung viel zu hoch ist. Eine Entfernung ist ebenfalls schwieriger.

Was kosten Implantate?

Seit der Einführung des Festkostenzuschusssystems in der gesetzlichen Krankenversicherung im Januar 2005 erhalten Kassenpatienten auch einen Zuschuss für implantatgetragenen Zahnersatz.

Da jedoch die Kosten für ein komplettes Implantat (d.h. Setzen des Implantates sowie der Zahnkrone) deutlich über 1000 Euro liegen können, müssen Kassenpatienten oftmals einen sehr hohen Eigenanteil bezahlen. Außerdem variieren die Kosten für Implantate teilweise extrem.

Fazit

Wenn ein Patient eine metallfreie Lösung wünscht, kann er über einen Preisvergleich Angebot einholen, denn ein Keramikimplantat stellt eine gute Alternative dar. Aus medizinischer Sicht gibt es jedoch keine Gründe, auf ein Titanimplantat zu verzichten, da diese sehr lang erprobt und getestet sind. Für Keramikimplantate gibt es hingegen noch keine Langzeitstudien, da diese noch nicht lange auf dem Markt sind.

Die aufgeführten Informationen sollten nicht als alleinige Grundlage für Entscheidungen dienen, die Ihre Gesundheit betreffen. Holen Sie bitte stets auch den Rat Ihres Arztes ein.