Zahnlabor
Ein Zahnlabor, auch Dentallabor oder Zahntechnisches Labor genannt, ist eine Einrichtung, deren Zuständigkeitsbereich die Zahntechnik und damit die Anfertigung von Zahnersatz, Füllungen und kieferorthopädischen Geräten umfasst.
Dabei wird zwischen Gewerblichen Zahnlaboren und Praxislaboren, welche direkt an Zahnarztpraxen angegliedert sind, unterschieden. Während erstere in Deutschland dem Meisterzwang (d.h. es sind nur ausgebildete Meister befugt, derartige handwerkliche Betriebe zu führen) unterliegen, ist in Praxislaboren die Beschäftigung eines Meisters nicht zwingend notwendig. Der Gesetzgeber geht davon, dass Zahnärzte aufgrund ihrer Ausbildung ausreichende Kenntnisse im Bereich der Zahntechnik besitzen.
Herstellung von Zahnersatz
Bei der Zahnersatzherstellung ist für nahezu jede zahntechnische Arbeit eine Abformung von Kiefer und Zähnen, die – je nach Bedarf – aus Materialien wie Alginat, Silikon oder Polyäther gefertigt werden, erforderlich. Daraus erstellt der Zahntechniker sodann ein Gipsmodell, das den Gebisszustand des Patienten widerspiegelt. In einem sog. Artikulator (Gerät zur Simulation von Kiefergelenksbewegung) wird anhand von Bissnahmen die Lagebeziehung der Kiefer zueinander analysiert und angefertigt. Ob an dem Modell direkt weitergearbeitet werden kann oder ein Sägemodell erstellt werden muss, ist abhängig von der Art der Behandlung bzw. der Prothese. Darüber hinaus liegen die Aufgaben eines Zahntechnikers darin, (Edel-)Metallteile in Wachs zu modellieren, Wachsmodelle zu gießen und mit Keramik bzw. Kunststoffen (Komposits) zu verblenden.
Fertigung von Füllungen
Ein weiterer Aufgabenbereich des Zahnlabors liegt in der Fertigung von Inlay- und Onlay-Füllungen, wobei die Vorgehensweise weitgehend der Fertigung von Kronen und Brücken ähnelt. Mit Ausnahme der Metallbasis läuft auch die Herstellung von Keramikfüllungen nach dem Konstruktionsmuster einer Keramikverblendung.
Produktion von kieferorthopädischen Geräten
Die bei Laien unter dem Namen Klammer, Regulierung oder Spange bekannten, im Fachjargon allerdings als herausnehmbare kieferorthopädische Geräte bezeichneten Erzeugnisse, werden ebenfalls im Zahnlabor entwickelt und produziert. Dabei differenziert man Plattenapparaturen für eine Kieferregion und bimaxilläre Monoblöcke, die sowohl für den Unter- als auch für den Oberkiefer konzipiert sind. Dieser bimaxilläre Monoblock, heute auch Aktivator genannt, liegt lose und passiv zwischen Ober- und Unterkiefer und nutzt die Kaumuskulatur zur Kieferumformung und Gebissverlagerung.
Auch die Fabrikation von Anti-Schnarchapparaten, fälschlicherweise als Schnarchapparate bezeichnet, zählt zu den Aufgaben eines im Zahnlabor beschäftigten Zahntechnikers.
Preisregulierung
Während für gesetzlich versicherte Patienten eine Höchstpreisliste (Bundeseinheitliches Leistungsverzeichnis für zahntechnische Leistungen BEL II) als Preisgrundlage für zahntechnische Leistungen dient, sind die Kosten für Privatversicherte in der BEB, Bundeseinheitliche Benennungsliste für zahntechnische Leistungen, geregelt.
Praxislabore dürfen dabei einen um 5 % gegenüber den Gewerblichen Laboren geminderten Kostenvoranschlag stellen.
Zukunftsprognosen
Die Zielsetzung der Zahntechnik liegt insbesondere im vermehrten Gebrauch von biokompatiblen Werkstoffen, in der Verbesserung und Vereinfachung der Verfahrenstechniken sowie in der optimierten Individualisierung des Zahnersatzes. Um dies zu gewährleisten, ist eine optimale Zusammenarbeit von Patient, Zahnarzt, Praxispersonal und Zahntechnikern essentiell.
Da für Patienten zunehmend nicht nur ein natürliches Aussehen des Zahnersatzes, sondern auch dessen fester Halt und hohe Funktionstüchtigkeit im Fokus steht, vergrößert sich der Anteil des auf Implantaten befestigten Zahnersatzes seit Jahren. Eine derartige Entwicklung wird wohl auch in Zukunft zu verzeichnen sein.
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Die oben aufgeführten Informationen sollten keinesfalls als alleinige Grundlage für Entscheidungen dienen, die Ihre Gesundheit betreffen. Holen Sie daher, wenn es um Ihre Gesundheit geht, stets auch den Rat Ihres Arztes ein.
Preise und Ablauf zahnmedizinischer Behandlungen
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