Richtiges Zähneputzen – Zahnpflege bei Babys, Kindern und Erwachsenen
Richtiges Zähneputzen bzw. eine gründliche und umfassende Zahnpflege fängt bei der Wahl geeigneter Reinigungsutensilien an, und die Wahl der richtigen Reinigungsutensilien hängt vom Alter der betreffenden Person ab.
Zahnbürsten für Erwachsene
Hier empfiehlt es sich, eine Zahnbürste zu wählen, die mit Kunststoffborsten bestückt ist. Im Handel erhältliche Exemplare, die Naturmaterialien verwenden, mögen einen gesunden Eindruck vermitteln, für die Mundhygiene stellen sie allerdings nicht die beste Lösung dar, weil Bakterien und andere Mikroorganismen hier einen besseren Nährboden vorfinden als bei Kunststoffmaterialien.
Des Weiteren ist es ratsam, darauf zu achten, dass die Borsten der Zahnbürste abgerundet sind, da andernfalls die Gefahr besteht, während dem Zähneputzen das Zahnfleisch zu verletzen (Zahnfleischbluten).
Ein weiteres Kriterium für den Kauf einer geeigneten Zahnbürste ist ihr Härtegrad. Ideal sind mittelharte Borsten. Zu weiche können durch die größere Anlagefläche zu umfangreichen Abnutzungserscheinungen führen (Abrasion), zu harte können das Zahnfleisch während dem Zähneputzen verletzen.
Zu guter Letzt ist es auch sinnvoll, darauf zu achten, dass die Zahnbürste keinen zu großen Kopf besitzt, da sie andernfalls nur mühsam in schwer zugängliche Bereiche des Mundes (etwa hinter die Backenzähne) geführt werden kann.
Oben genannte Kriterien gelten unabhängig davon, ob sie ihre Zähne mit einer elektrischen Zahnbürste oder einer Ultraschallzahnbürste putzen.
Die Kinderzahnbürste
Für Kleinkinder gilt im Großen und Ganzen beim Zähneputzen das Gleiche wie für Erwachsene. Natürlich ist es außerdem ratsam, eine kleinere Zahnbürste zu wählen, also eine, die erstens den Gegebenheiten eines kindlichen Mundes angepasst ist und deren Handhabung zweitens auf zarte Hände abgestimmt ist. Des Weiteren ist es sinnvoll, beim Kauf von Zahnbürsten für kleine Kinder ein größeres Augenmerk auf die Optik zu richten. Es bieten sich zum Beispiel farblich ansprechende Zahnbürsten an oder solche, die in Form oder Bebilderung anziehende Motive zeigen. Auf diese Weise kann man die Motivation zum Zähneputzen bei den Kindern verbessern. Das Angebot der von der Industrie bereitgestellten Angebote kennt beinahe keine Grenzen.
Zahnbürsten für Babys?
Da sowohl das Zahnfleisch als auch die Zähne (Zahnschmelz) eines Babys noch sehr zart sind, sollte das Zähneputzen bei Babys möglichst schonend erfolgen. Hier ist der Einsatz einer Fingerzahnbürste (Fingerhutbürste) ratsam. Alternativ können Sie die „kleinen Beißerchen“ auch mit Wattestäbchen sauber machen. Der Einsatz von Chemie bzw. einer chemisch hergestellten Zahncreme ist nicht unbedingt nötig.
Auch Zahnbürsten müssen gereinigt werden
Der Mund beherbergt eine Reihe von Keimen (Mundflora). Neben Hefepilzen (Candida spec.) und Bakterien (etwa Streptococcus mutans, der Karies verursacht) geraten so während dem Zähneputzen auch Viren (Herpes simplex) auf die Zahnbürste. Dass diese nicht der Tummelplatz von Krankheitserregern ist, als der sie bisweilen dargestellt wird, liegt zum einen an den modernen Zahncremes: Verschiedene Bestandteile herkömmlicher Zahnpasten (Tenside, Aminfluoride) bzw. Kombinationen aus verschiedenen Inhaltsstoffen (Natriumlaurylsulfat mit Natriummonofluorphosphat oder mit Natriumfluorid, Zinn- mit Aminfluorid) üben einen wachstumshemmenden Einfluss auf viele Erreger aus. Zum anderen kann man die „Bürstenflora“ aktiv im Zaum halten und damit die Mundhygiene verbessern, wenn man ein paar kleine zahnmedizinische Zähneputzen-Tipps beachtet:
- Nach dem Zähneputzen die Zahnbürste unter fließendem Wasser auswaschen
- Evtl. Reste (Plaques, Speisereste und Zahncreme) gründlich entfernen
- Zahnbürste auf dem Waschbeckenrand ausgeschlagen, damit sie möglichst schnell wieder trocknet
- Zahnbürste stehend aufgewahren. Oder waagerecht, dann aber mit den Borsten nach oben – an einem „luftigen“ Platz
- Zahnbürste nach ca. acht Wochen auswechseln
- Falls einzelne Borsten abgebrochen sind, sollten sie sich damit nicht mehr die Zähne putzen, sondern die Zahnbürste umgehend auswechseln, um möglichen Zahnfleischverletzungen (Zahnfleischbluten) vorzubeugen.
Die richtige Zahnpasta
Auch bei der Wahl einer geeigneten Zahnpasta kann man etwas verkehrt machen. Vorsicht ist vor allem bei den Zahnpasten angebracht, die sich Zahnweiß nennen bzw. generell bei Zahncremes, die versprechen, die Zähne weißer zu machen. Solche Zahnpasten enthalten in der Regel aggressive Stoffe, welche nicht nur die Verfärbung lösen, sondern den Zahnschmelz während dem Zähneputzen abschleifen - dentale Erosion (Abrasion). Hierdurch wird zwar vorübergehend eine farbliche Verbesserung erreicht, langfristig gesehen wird es aber eher zu einer Verschlechterung kommen, da ein angerauter Zahn bessere „Haftbedingungen“ für verfärbende Substanzen bietet. Eine Zahncreme, die den Anforderungen einer umsorgenden Mundpflege Rechnung trägt, sollte aus zahnmedizinischer Sicht im Gegenteil nur geringe Abrasionswerte aufweisen. Hierbei ist es auch interessant zu wissen, dass der Ausdruck Kinderzahnpasta oft nur auf einen niedrigeren Fluoridanteil zurückzuführen ist und keinen Rückschluss auf die Höhe des Abrasionswertes zulässt. Dennoch stellt der Fluoridgehalt (Aminfuorid) einer Zahnpasta ein wichtiges Kriterium für die Wahl einer Zahncreme dar, da Fluoride die Remineralisierung der Zähne verbessern, antibakterielle Eigenschaften besitzen und somit der Entstehung von Parodontitis und Gingivitis vorzubeugen helfen.
Richtig bürsten
Von Rot nach weiß war lange Zeit die Devise beim Zähneputzen – diese Technik ist zwar nicht falsch, aber gewissermaßen überholt, da der kritische Bereich am Zahnfleischrand so nicht ausreichend gesäubert wird. Heute wird für Erwachsene meist die sogenannte Bass-Zähneputztechnik empfohlen, für Kinder bis zum 5. Lebensjahr die KAI Methode: Kauflächen, Außenfläche, Innenfläche. Bei der Bass-Methode wird die Zahnbürste schräg in einem Winkel von etwa 45 Grad zum Zahnfleisch angesetzt, wobei ein Teil der Borsten am Zahnfleisch aufsetzt und der andere auf der Zahnoberfläche. Durch ruckartige Bewegungen gelingt es so, sowohl Zähne als auch Zahnzwischenräume (in eingeschränktem Umfang) zu reinigen und gleichzeitig das Zahnfleisch zu massieren. Die Zahnrückseiten säubert man mit senkrecht gehaltener Zahnbürste und der gleichen ruckartigen Bewegung. Die Kauflächen schließlich nach der herkömmlichen Art und Weise.
Abschließende Tipps zum Zähneputzen
Selbst wenn man alle Vorschläge beachtet, eine „gute“ Zahnbürste wählt, diese auch verantwortungsvoll reinigt, bei der Zahncreme auf aufgeführte Inhaltsstoffe achtet und zudem mit einer der besprochenen Techniken seine Zähne putzt, vermag eine Zahnbürste es dennoch nicht, die Zähne umfassend zu säubern. Der Grund sind die sogenannten Zahnzwischenräume, d.h. der Bereich zwischen zwei Zähnen - ein kritischer Bereich, in dem häufig Karies entsteht. Um auch hier die die Zähne von Plaques und Essensresten zu befreien, bedarf es weiterer Hilfsmittel. Je nachdem, wie weit die Zähne auseinander stehen, können Interdentalbürsten (großer Zwischenraum) und Zahnseide (kleiner Zwischenraum) zum Einsatz kommen.
Da jedoch ca. 60 Prozent aller oralen Mikroorganismen nicht auf den Zähnen oder in den Zahnzwischenräumen, sondern auf der Zunge zu finden sind, empfiehlt es sich neben dem Zähneputzen, einen Zungenreiniger (Zungenbürste) zu verwenden. Mikroorganismen auf der Zunge sind die häufigste Ursache für Mundgeruch.
Der Gebrauch einer Munddusche kann sinnvoll sein, um gelockerten Zahnbelag zu beseitigen. Für sich genommen ist mit einer Munddusche jedoch keine ausreichende Zahnreinigung möglich. Sie kann das Zähneputzen nicht ersetzen.
Um für die Gesundheit seiner Zähne abschließend optimal Sorge zu tragen, ist es schließlich empfehlenswert, zweimal im Jahr eine Professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen – hier werden auch die Arten von Zahnbelag zahnmedizinisch entfernt, die mit häuslichen Mitteln, "normalem" Zähneputzen, nicht schonend zum Verschwinden gebracht werden können (Zahnstein, Raucherbelag).
Da die Kosten für Zahnbehandlungen von Praxis zu Praxis unterschiedlich hoch ausfallen können, ist es Ihnen durch einen Kostenvergleich oftmals möglich, viel Geld zu sparen. Auf medikompass.de haben Sie hierzu kostenlos und unverbindlich Gelegenheit. Sie erhalten auf Sie und Ihre Situation zugeschnittene individuelle Kostenschätzungen von empfohlenen Zahnärzten aus Ihrer Umgebung. Zudem profitieren Sie bei uns durch die Erfahrungen anderer Patienten. Wir bieten Ihnen ein Bewertungssystem, das es Ihnen erlaubt, sich vorab von der Qualität der Behandlungen in Frage kommender Zahnärzte zu überzeugen.

Die oben aufgeführten Informationen sollten keinesfalls als alleinige Grundlage für Entscheidungen dienen, die Ihre Gesundheit betreffen. Holen Sie daher, wenn es um Ihre Gesundheit geht, stets auch den Rat Ihres Arztes ein.