Implantate bzw. Zahnimplantate
Als Implantat bezeichnet man eine künstliche Zahnwurzel, die in der Regel eine schraubenförmige oder zylindrische Form hat. Das Implantat wird in den Kieferknochen eingesetzt, um verloren gegangene Zähne zu ersetzen. Ein Implantat übernimmt dabei die Funktion, die ursprünglich die natürliche Zahnwurzel hatte, indem es direkt mit dem Zahnhalteapparat verwächst. Das Implantat dient als Basis bzw. Verankerung von festsitzendem (z.B. Kronen oder Zahnbrücken) und herausnehmbaren Zahnersatz. Im Heil- und Kostenplan werden Implantate mit "i" abgekürzt.
Implantierter Zahnersatz besteht in der Regel aus drei Komponenten:
1. Künstliche Wurzel (das eigentliche "Implantat"), die vom Zahnarzt bzw. Kieferorthopäden in den Kieferknochen eingesetzt wird. Das Implantat besteht in der Regel aus Titan (da dies besonders gewebefreudig ist und sich mit dem Knochen gut verbindet) und ist zwischen 8 und 16 Millimetern lang.
2. Verbindungsstück (Implantat-Pfosten), besteht meist aus Titan oder Keramik
3. Aufbau (auch Suprakonstruktion genannt) - dies ist eine künstliche Zahnkrone, die im zahntechnischen Labor hergestellt wird. Vergleichbar mit einer herkömmlichen Krone, wird sie aus Metall mit einer Keramikverblendung oder komplett aus Keramik gefertigt (s.a. Stegprothese, Teleskopprothese).
Zahnimplantate werden seit ca. 40 Jahren eingesetzt und gelten als Therapieform mit hohen Erfolgsquoten (die Einheilung gelingt bei ca. 90-95%). Doch wann setzt man Implantate ein?
Einsatzspektrum für Implantate
Implante werden bei den folgenden Therapieplanungen eingesetzt:
- Einzelzahnersatz
- Versorgung von größeren Lücken
- Versorgung von verkürzten Zahnreihen
- Haltverbesserung bei einer abnehmbaren Voll- bzw. Teilprothese
- Vollständiger oder teilweiser Ersatz des Zahnbogens mit einer festsitzenden Brücke
Implantat-Materialien
Das Material, welches am häufigsten für die Herstellung von Implantaten verwendet wird, ist Titan. Es weist eine hohe Körperverträglichkeit auf und hat eine sehr hohe "Lebenserwartung". Neuerdings gibt es jedoch einen "ernstzunehmenden" Konkurrenten: Keramik-implantate. Entegen früherer Modelle aus Aluminiumoxid-Keramik werden moderne Keramikimplantate aus Zirkon hergestellt, so dass die beherrschende Stellung von Titan bald der Vergangenheit angehören könnte.
Fragen, die es vor der Implantation zuklären gilt
Jedoch ist es nicht in jedem Fall möglich bzw. sinnvoll, bestehende Defizite durch implantatgetragene Suprakonstruktionen auszugleichen. Der Arzt wird im Einzelfall abklären, wie die für den Patienten bestmögliche Lösung aussieht.
Hierfür gitl es einige Dinge im Vorfeld abzuklären.
Allgemeine Untersuchungen
Obwohl heutzutage Implantate oftmals im minimalinvasiven Verfahren gesetzt werden und sich Beeinträchtigungen und Verletzungen, die von der Operation herrühren, daher in Grenzen halten, sollte die Entscheidung für eine Implantation wohl überdacht sein. Nicht jede individuelle Zahn- bzw. Kiefersituation lässt gute Ergebnisse erwarten. So hat beispielsweise der Konsum von Tabakwaren nicht nur negative Effekte auf die zu erwartende Haltbarkeit des Implantates, sondern beeinträchtigt zudem direkt die Wundheilung. Desweiteren ist es sinnvoll, vor der Implantation abzuklären, wie es allgemein um die Mundhygiene des Patienten bestellt ist, da sich orale Erkrankungen (z.B. Karies, Zahnfleischentzündung) ähnlich negativ wie der Genuss von Rauchwaren auf die zu erwartende Haltbarkeit des Implantates auswirken können.
Zudem sollte man vor der Implantation abklären, ob Zahn- bzw. Kieferfehlstellungen vorliegen, da es heute als gesichert gilt, dass auch diese die Haltbarkeit von Implantaten negativ beeinflussen können.
Computertomographische Analyse und Röntgendiagnostik
In jedem Fall sollte vor einer Implantation eine genaue Analyse der individuellen Kiefer- bzw. Knochensituation erfolgen. Sowohl eine genaue Kenntnis des exakten Verlaufs der Nervenbahnen wie auch der Knochendichte ist von entscheidender Bedeutung für die Behandlungsplanung. Hierfür nimmt man zum einen röntgenologische Untersuchungen vor und greift zum anderen auf CT-Aufnahmen zurück.
Tipp: Eine geringe Knochendichte zu haben bedeutet heutzutage nicht mehr, auf Implantate verzichten zu müssen, da es erstens mittlerweile sehr gut funktionierende Techniken zum Wiederaufbau von Knochensubstanz gibt (Knochenaufbau, Sinuslift), und die Zahnmedizin zweitens über spezielle Implantate (Diskimplantat) verfügt, die auch bei geringer Knochendichte genügend Halt finden.
Was kosten Implantate?
Seit der Einführung des Festkostenzuschusssystems in der gesetzlichen Krankenversicherung im Januar 2005 erhalten auch Kassenpatienten einen Zuschuss für implantatgetragenen Zahnersatz. Da jedoch die Kosten für ein komplettes Implantat (d.h. Setzen des Implantates sowie der Zahnkrone) deutlich über 1000 Euro liegen, müssen Kassenpatienten oftmals einen sehr hohen Eigenanteil bezahlen. Wir empfehlen Ihnen, vor der Entscheidung für einen bestimmten Zahnarzt auf jeden Fall ein Vergleichsangebot einzuholen, da die Kosten für Implantate teilweise extrem variieren. Wenn Sie die Kosten für Implantate von Zahnärzten bzw. zertifizierten Implantologen in Ihrer Nähe vergleichen möchten, empfehlen wir Ihnen einen kostenlosen und unverbindlichen Preisvergleich. Weitere Informationen zum Implantate-Preisvergleich finden Sie hier:

Die oben aufgeführten Informationen sollten keinesfalls als alleinige Grundlage für Entscheidungen dienen, die Ihre Gesundheit betreffen. Holen Sie daher, wenn es um Ihre Gesundheit geht, stets auch den Rat Ihres Arztes ein.