Untersuchung beim Zahnarzt

Am Anfang der Untersuchung beim Zahnarzt steht die Befunderhebung. Diese betrifft sowohl etwaige Erkrankungen als auch als deren mögliche Ursaschen. Des Weiteren sollen früher durchgeführte Behandlungen begutachtet werden.

Gemäß einem gemeinsamen Vorschlag von Bundeszahnärztekammer, der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, wird die zahnärztliche Untersuchung normalerweise in zwei Schritten durchgeführt: Basisuntersuchung und vertiefenden Untersuchung(en).

Die Basisuntersuchung unterscheidet sich von den vertiefenden Untersuchungen weniger der Quantität nach (was untersucht wird) als vielmehr der Qualität nach (wie untersucht wird). So wird der Atem beispielsweist durch einfachen Geruchstest untersucht und nicht mit Hilfe von technisch-chemischen Instrumenten. Ergibt sich auf der anderen Seite jedoch im Geruchstest Auffälligkeiten, so kann eine Untersuchung mit Hilfe von technisch-chemischen Instrumenten angezeigt sein. Diese ist dann Teil der weiterführenden Untersuchung.

Für Notfallpatienten gelten indes eigene Regeln, da hier die Beseitigung des Symptoms (Zahnschmerzen) für den Moment wichtiger ist als die erschöpfende Erkundung sekundärer Ursachen (bspw. mangelnde Zahnhygiene).

Die Grund- oder Basisuntersuchung

Ziel der Grunduntersuchung ist es, dass der Zahnarzt sich einen Überblick über die die gesundheitliche Situation des Patienten verschafft. Die Mundgesundheit steht hierbei im Vordergrund, jedoch wird der Zahnarzt auch weitere gesundheitliche Belange berücksichtigen. Möglichst alle vorhandenen oralen Krankheiten und Risiken sollen erkannt werden (Screening).

Die Erkenntnisse, die der Zahnarzt aus der Grunduntersuchung gewinnt, ermöglichen dem Zahnarzt festzulegen, welche diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen beim Patienten anschließend durchgeführt werden sollten (Folgeuntersuchungen, Spezifische Behandlung)

Orientierendes Zahnärztliches Gespräch

Während des orientierenden Gesprächs gewinnen beide Parteien einen Eindruck voneinander. Der Zahnarzt hinterfragt und beurteilt sowohl die Einstellung des Patienten als auch dessen körperliche Verfassung und der Patient beurteilt (subjektiv) die Fähigkeiten und den Charakter des Zahnarztes.

Zahnärztliche Schmerzdiagnose

Gibt der Patient während des Gesprächs an, unter Zahnschmerzen zu leiden, wird der behandelnde Zahnarzt unter Umständen die Befunderhebung abkürzen, um dem Patienten möglichst schnell zu helfen.

Da verschiedene Schmerzen in der Regel unterschiedliche Ursachen haben, ist es jedoch auch bei akuten Schmerzen sinnvoll, diese genauer einzugrenzen. Aus diesem Grund versucht der Zahnarzt vom Patienten möglichst genau zu erfahren wie (Qualität), wo (Lokalisation), wann (zeitlicher Verlauf) und warum (Auslöser) sich Zahnschmerzen äußern.

Beispiele für Schmerzen und korrelierte Erkrankungen

Pochender Schmerz -> Eitrige (purulente) Erkrankung

Dauerschmerz -> Nicht eitrige (seröse) Entzündung

Dumpfer Schmerz- >Erkrankung nahe der Wurzelhaut (Desmodont)

Kälte-Empfindlichkeit -> Freiliegende Zahnhälse, Karies

Die vom Patienten erteilte Auskunft ist ein Indiz für eine bestimmte Diagnose. Sie kann die weitergehende Untersuchung allerdings nicht ersetzen.

Anamnese

Durch zielgerichtete Beobachtung kann ein geschickter (Zahn-)Arzt einen ersten Eindruck gewinnen, wie es allgemein um die physische und psychische Gesundheit des Patienten bestellt ist. In den Fokus rücken unter anderem die Motorik, die Atmung und die Haut des Patienten. Auch die Augen und die Sprache können Hinweise liefern.

Neben diesen Beobachtungen sind die Auskünfte Patienten zu diesem Zeitpunkt maßgeblich. Die Auskünfte erfolgen zum Teil mündlich und werden in der Regel durch schriftliche Anfragen ergänzt.

a)    Der Fragebogen

Da vorhandene Krankheiten, Allergien und Unverträglichkeiten sowohl einen Einfluss auf die zahnärztliche Befunderhebung als auch auf etwaige therapeutische Maßnahmen haben können, ergänzt ein Fragebogen das Gespräch. Die Angaben im Fragebogen sind vom Patienten in eigenem Interesse vollständig auszufüllen. Die Vollständigkeit der Angaben bestätigt der Patient mittels Unterschrift – dies dient nicht zuletzt auch der Absicherung des Zahnarztes. In manchen Fällen wir der behandelnde Zahnarzt die vom Patienten erhaltenen Informationen durch Analyse allgemeinärztlicher Befunde ergänzen.

Patienten, die über längere Zeit nicht beim Zahnarzt waren, müssen die Angaben neuabgeben, um etwaige Neuerkrankungen zu eruieren. Bei einem Zahnarztwechsel bzw. dem Erstbesuch bei einem Zahnarzt, wir der neue Zahnarzt Details zu Vorbehandlungen und Röntgenaufnahmen abfragen.

b)    “Wo drückt der Schuh?”

Wie alles in der Welt hat auch der Besuch beim Zahnarzt einen konkreten Grund. Diesen wird der Zahnarzt abfragen. Ist der Grund des Besuchs eine Kontrolluntersuchung ergeben sich andere “Todos” als bei Patienten die über akute Zahnschmerzen klagen und die Unzufriedenheit mit der eigenen Zahnästhetik lenkt das Gespräch in andere Bahnen als die Schilderung von unerklärlichen Bläschen am Zahnfleisch.

Orientierende orale Untersuchungen

Im Zuge der orientierenden oralen Untersuchungen untersucht der Zahnarzt alle den Mund betreffenden Regionen und Entitäten (Einzeldinge) sowie deren Funktionalität.

a)    Mundhöhle und angrenzende Regionen

Im ersten Schritt werden die Schleimhäute, der Mundboden und Rachenraum auf etwaige Auffälligkeiten (Farbveränderungen, Erhebungen, Blutungen etc.) hin untersucht. Auch die Weichteile im allgemeinen sowie Zahnfleisch und Zunge im Besonderen werden auf Auffälligkeiten hin kontrolliert.

Der Zahnarzt wird einen Geruchstest des Atems des Patienten durchführen und den Speichelfluss beurteilen.

b)    Zähne und Kaufunktion

Hier werden alle Informationen zur aktuellen Zahnsituation gesammelt. Dies umschließt sowohl allgemeine Informationen zu natürlichen Zähnen (Zahnbestand, fehlende Zähne) als auch zu Zahnersatz (Füllungen, Kronen, Prothesen, Implantate etc.), deren Zustand (Löcher, Karies, Verfärbungen etc.). Neben physischen Befunden wird auch die Funktionalität des Kiefers und etwaige Zahnfehlstellungen dokumentiert.

Aufklärung und Beratung

Ergeben sich während der Basisuntersuchung keine Anhaltspunkte, die eine weitergehende Untersuchung und oder Zahnbehandlung nahelegen, so wird der Zahnarzt dies dem Patienten mitteilen. Hat der Zahnarzt hingegen Befunde erhoben, die therapeutische Maßnahmen erfordern oder ist eine spezifische Anamnese angezeigt, so wird der Zahnarzt auch diesen Umstand in einer aufklärenden Beratung dem Patienten mitteilen.

Erweiterte Untersuchungen

Grundvoraussetzung für jede gründliche zahnmedizinische Untersuchung ist sind geeignete Bedingungen. D.h. weisen die Zähne des Patienten Plaque, Zahnstein und oder Raucherbeläge auf, so müssen diese i. d. Regel vor der Untersuchung entfernt werden.

Welche Regionen im Zuge der erweiterten Untersuchung kontrolliert werden, hängt zunächst direkt von den Ergebnissen der allgemeinen Untersuchung ab: Wo es keine Auffälligkeiten gibt, ist es nicht angezeigt, genauer hinzusehen. Und umgekehrt, wo der erste Blick hängenbleibt, da lohnt sich ein zweiter.  Welche Einsatzmittel hierbei zur Hilfe genommen werden hängt wiederum vom Gegenstand der Untersuchung ab. Das Spektrum der zahnmedizinischen Diagnose reicht hier von der Verwendung einfacher optischer Merkzeuge wie einer Lupe über digitale computergestützte Aufnahmen bis hin zu biochemischen Analysen in Fremdlaboren.

Kosten von zahnmedizinischen Untersuchungen

Bezeichnung

Gebührenkatalog

Punktzahl

Anzahl

Kosten nach
Einfachsatz
oder Honorar nach Bema

Kosten nach
2,3-fach. Satz

Kosten nach
3,5-fach. Satz

Erklärung

Eingehende  Untersuchung

GOZ 0010

100

1

5,62 €

12,94 €

19,68 €

Eingehende Untersuchung zur Feststellung von Zahn, Mund- und Kiefererkrankungen einschließlich Erhebung des Parodontalbefundes sowie Aufzeichnung des Befundes.

Symptombezogene Untersuchung

GOÄ 5

80

1

4,66 €

10,72 €

16,31 €

Symptombezogene Untersuchung bei akuten Symptomen.

Eingehende Untersuchung

Bema 01

18

1

16.92 €

-

-

Eingehende Untersuchung zur Feststellung von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen einschließlich Beratung.

Kieferorthopädische Untersuchung

Bema 01k

28

1

84,36 €

-

-

Kieferorthopädische Untersuchung zur Klärung von Indikation und Zeitpunkt kieferorthopädisch-therapeutischer Maßnahmen.

Beratung - auch mittels Fernsprecher GOÄ 1 80 1 4,66 € 10,72 € 16,31 € Beratung eines Kranken, auch fernmündlich

Die aufgeführten Informationen sollten nicht als alleinige Grundlage für Entscheidungen dienen, die Ihre Gesundheit betreffen. Holen Sie bitte stets auch den Rat Ihres Arztes ein.