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Karies: Von Zähnen und Löchern

Die Zahnkrankheit Karies, auch bezeichnet als Zahnfäule, stellt die häufigste Form krankheitsbedingter Zahn-Hartsubstanz-Defekte der Zähne dar.

Karies kann sowohl im oberen Bereich der Zähne am Zahnschmelz seinen Ausgang nehmen (Schmelzkaries) als auch am unteren Bereich (Zahnwurzelkaries, Zementkaries).

Wird die Karies nicht rechtzeitig vom Zahnarzt behandelt, kann Zahnkaries den Verlust von Zähnen, schmerzhafte Entzündungen des Zahnmarks (Pulpitis), Infektionen und in extremen Fällen auch den Tod zur Folge haben. Je nach Stärke des Karies-Befalls muss der Zahn unter Umständen mit einer Füllung oder einer Zahnkrone versorgt werden.

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Ursachen von Zahnkaries

Die genauen Ursachen, die zur Entstehung von Karies führen (Ätiologie der Karies), sind bis heute nicht zweifelsfrei geklärt. Die am breitesten akzeptierte Theorie zu den Hauptursachen von Karies (nach Willoughby Dayton Miller 1853 - 1907) geht davon aus, dass: karieserzeugende (kariogene) Mikroorganismen, die an den Zähnen anhaften (Plaque), bei einem Überangebot an Nahrung (Kohlenhydrate und Stärke) organische Säuren (Milchsäure, Essigsäure, Propionsäure) produzieren, welche Zahnhartsubstanzen (Zahnschmelz, Dentin, Wurzelzement) demineralisieren. Demineralisation ist hierbei gleichbedeutend mit der Zerstörung der anorganischen Bestandteile des Zahns (Kalzium und Phosphat gehen verloren).

Neben diese Hauptursachen für Karies gibt es viele weitere Faktoren, die bei der Entstehung von Karies Einfluss haben, deren Zusammenspiel jedoch noch nicht vollumfänglich untersucht ist. Zu diesen Nebenursachen zählen die individuelle Zusammensetzung des Speichels, genetische Faktoren (etwa die Immunabwehr betreffend) und Ernährungsgewohnheiten.

Im Zuge der Demineralisation der Zähne entstehen Poren im Zahnschmelz (initiale Kariesläsion), durch welche Wasser und Proteine eindringen können. Wird die Säurezufuhr nicht gestoppt, schreitet die Demineralisation voran. Aus Poren werden Löcher (Kavitäten) und Bakterien dringen ein.

Sind die Bakterien erst einmal eingedrungen, werden auch die organischen Bestandteile des Zahns nach und nach (durch proteolytische Enzyme) zerstört. Karies, der an den Rändern von Zahnersatz auftritt, wird Sekundärkaries genannt.

Kariesdiagnose und -Klassifikation

Zu einer Kariesdiagnose gehört nicht nur die Überprüfung, ob eine Karies vorliegt, sondern auch die Beurteilung der Karies selbst (aktive Karies, inaktive Karies, Kariesprogression) sowie des Kariesrisikos bestimmter Regionen. Eine solche Untersuchung wird nach GOZ 0010 abgerechnet.

Das unter zahnmedizinischen Laien verbreitete Bild des schwarzen Lochs, welches gleichbedeutend mit einer Karies gesetzt wird, ist eine unzureichende und bisweilen falsche Vereinfachung dieser Zahnkrankheit. So kann Karies vorliegen, ohne das eine schwarze Verfärbung oder ein Loch festgestellt werden könnten (versteckte Karies).

Auf den Oberseiten von Mahl- und Backenzähnen stellt die Beschaffenheit des umliegenden Gewebes gar einen besseren Indikator für eine Karies (Fissurenkaries) dar als bräunlich- schwarze Verfärbungen allein: Ist dieses zusätzlich breitflächig entmineralisiert (helle kreideartige Farbveränderung), so lässt dies häufig auf Karies schließen. Ein weiterer guter Indikator für Fissurenkaries stellen Schatten (Opazität) am Boden der Vertiefungen (Fissurenfundus) dar.

Für eine gesicherte Kariesdiagnose muss in der Praxis oft auf vielfältige Hilfsmittel (Sondierung, Röntgen, Transillumination, Laserfluoreszenz, Messung des elektrischen Widerstands) zurückgegriffen werden.

Was der Volksmund als Karies bezeichnet, das schwarze Loch, ist eigentlich eine durch Karies verursachte Kavität (Loch).

Diese Kavitäten werden gemäß der weltweit gängigen Klassifikation nach Greene Vardiman Black (1836 - 1915) in fünf Klassen unterteilt:

  1. Kavitäten an Rillen und Vertiefungen auf der Oberfläche der Zähne (Grübchenkaries, Fissurenkaries)
  2. Kavitäten an den Berührungsflächen der Backenzähne im Seitenzahnbereich (hinterer Approximalkaries)
  3. Kavitäten an den Berührungsflächen von Schneide- und Eckzähnen OHNE Schneidekante (vorderer Approximalkaries)
  4. Kavitäten an den Berührungsflächen von Schneide- und Eckzähnen MIT Schneidekante (vorderer Approximalkaries mit inzisaler Beteiligung)
  5. Kavitäten an Zahnhälsen

Kariesrisiko

In der modernen Zahnheilkunde wird der Prävention eine immer größere Bedeutung beigemessen. In diesem Zusammenhang sind die Früherkennung von Risiken und das Wissen um potentielle Gefahren von herausragender Bedeutung. Allerdings stellt die Beurteilung eines Risikos im Allgemeinen Mediziner vor Probleme, da es hier nicht um die Beurteilung von Istzuständen durch Diagnosen geht, sondern um die Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten einer zukünftigen Entwicklung. Das Kariesrisiko bildet in diesem Zusammenhang keine Ausnahme. Zur Einschätzung künftiger Karies sind Zahnärzte darauf angewiesen, Risikofaktoren zu analysieren.

Mögliche Faktoren, die das Kariesrisiko maximieren sind unter anderem: früherer Kariesbefall in den letzten Jahren, freiliegende Zahnhälse, verstärktes Auftreten von bestimmten Bakterienstämmen (Streptococcus mutans, Laktobazillen), schlechte Mundhygiene, verstärkter Konsum von Süßigkeiten, seltene Besuche beim Zahnarzt, mangelnde Anwendungen von fluorifluoridhaltigen Gels, geringer Speichelfluss.

Kariesprophylaxe

Diejenigen Formen von Mikroorganismen, welche eine notwendige Bedingung für Karies darstellen, sind in der Mundflora jedes Menschen zu finden. Gleichzeitig “füttern” wir mit unserer Ernährung notgedrungen auch diese ungebetenen Gäste. Daher können alle Menschen theoretisch unter Karies leiden. Dass dies in der Realität nicht der Fall ist, zeigt, dass eine Kariesprophylaxe bei vielen Menschen funktioniert.

Karies-Prophylaxe im Allgemeinen setzt bei den Ursachen einer möglichen Erkrankung an und sucht diese durch gezielte Maßnahmen zu eliminieren. Wo eine Eliminierung bestimmter Ursachen nicht möglich ist, wird versucht den potentiellen Schaden so gering wie möglich zu halten. Die Kariesprophylaxe bildet hier keine Ausnahme. Eingedenk der bekannten Zusammenhänge, welche bei der Entstehung von Karies gelten, wird durch verschiedene Maßnahmen gegengesteuert.

Um diese Präventionsmaßnahmen und deren Wirksamkeit besser nachvollziehen zu können, sei an dieser Stelle die Entstehung von Karies in der gebotenen Kürze erneut angegeben:

a) Spezielle Mikroorganismen produzieren

b) durch Umwandlung von Kohlenhydraten

c) Säuren,

d) welche, wenn Sie zu lange auf die Zähne einwirken,

e) diese demineralisieren

Wir oben beschrieben, setzt eine wirksame Kariesprophylaxe nicht an einem Punkt allein an, sondern versucht möglichst viele Mosaiksteinchen gleichzeitig zu lösen.

Um es klarer zu machen: Es wäre unmöglich, von Karies geplagt zu werden, wenn

a) in der Mundflora eines Menschen keine Mikroorganismen zu finden wären

b) oder diesen keine Kohlenhydrate zur Verfügung gestellt würden

c) mit dessen Hilfe sie Säuren produzieren könnten.

d) Aber auch wenn Säuren nur kurz auf Zähne einwirkten

e) Und diese später wieder remineralisiert würden.

Wenn man diese Erkenntnis zusammenführt, dann sind die Ansatzpunkte für eine Kariesprophylaxe leicht nachvollziehbar.

Zu einer guten Prophylaxe gehören sinnvolle Maßnahmen, die dazu führen, die Mundflora möglichst frei von schädlichen Mikroorganismen zu halten. Gleichzeitig sollte den verbliebenen Bakterien selten und wenig passende Nahrung geliefert werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass sich Zähne möglichst leicht remineralisieren können.

Wenn man die Grundsätze einer effektiven Kariesprophylaxe noch kürzer zusammenfassen möchte, dann gilt Folgendes: Bei gesunder Ernährung und gründlicher Mundhygiene (= richtiges Zähneputzen + 1- 2 Professionelle Zahnreinigunen pro Jahr) hat Karies wenig Chancen.
Der Teufel liegt freilich im Detail.

Karies und die Ernährung

Lebensmittel, die dazu geeignet sind, Karies zu begünstigen, werden inder Fachsprache als kariogen bezeichnet. Die Kariogenität ist ein wissenschaftlicher Terminus, der nicht einfach „schlecht für die Zähne“ bedeutet. Kariogenität bezieht sich nach einer gängigen Definition auf den Plaque-pH-Wert (Säuregehalt des Zahnbelages) im Mund. Fällt dieser nach dem Genuss eines Lebensmittels unter 5,7, wird das auslösende Lebensmittel als kariogen bezeichnet. Kariogenität misst also die Eignung eines Lebensmittels, das Säure-Mileu im Mund so zu beeinflussen, dass Zähne demineralisiert werden können und so der Entstehung von Karies Vorschub geleistet wird.

Nun könnte man meinen, dass eine karies-bewusste Ernähung verlangte, diese kariogenen Lebensmittel in ihrer Gesamtheit zu meiden. Dies ist jedoch ein Fehlschluss. Auch wenn es richtig ist, dass sich schädliche Mikroorganismen von (niedermolekularen) Kohlenhydraten ernähren, wäre ein völliger Verzicht auf Kohlenhydrate zwar vielleicht eine Lösung für das Kariesproblem, gesund - in einem ganzheitlichen Sinne - wäre diese Ernährung allerdings nicht.

Ein völliger Verzicht auf Kohlenhydrate ist jedoch auch gar nicht nötig, wenn man sich im Sinne einer wirksamen Kariesprophylaxe gesund ernähren möchte. Der Zusammenhang “mehr Zucker = mehr Karies” gilt in seiner Einfachheit als überholt. Denn genauso wie es Menschen gibt, die nicht an Karies leiden und viel Zucker zu sich nehmen, gibt es Menschen, die an Karies leiden, obwohl sie weitgehend auf Zucker verzichten. Eine ungeeignete Ernährung lässt sich durch andere prophylaktische Maßnahmen bis zu einem bestimmten Grad ausgleichen.

Wer bei der Ernährung also seine Zähne im Blick haben möchte, der kann durchaus Zucker zu sich nehmen, jedoch sollte er darauf achten, dass er dies nicht in zu großer Menge und andauernd tut. Zwischenmahlzeiten (Getränke und Snacks) sollten, wenn möglich, keinen oder wenig Zucker enthalten. Naschkatzen sind gehalten, auf Nicht-Kariogene Süßungsmittel umzusteigen. Hier bieten sich Xylit, Sorbit, Cyclamat, Saccharin und Aspartam an. Allerdings haben auch diese Süßunsgmittel ihre gesundheitlichen Schattenseiten, so dass es ratsam ist, die Umstellung mit Ihrem Allgemein-Arzt abzusprechen.

Neben der indirekten Demineralisierung der Zähne durch den Konsum von Zucker (durch Umwandlung dieses Zuckers durch Bakterien in Säuren), stellt auch der direkte Konsum von sauren Lebensmitteln eine Gefahr für die Zahngesundheit dar. Aus diesem Grund taugen saure Lebensmittel aus zahnmedizinischer Sicht ebenso wenig zur regelmäßigen Zwischenmahlzeit wie stark zuckerhaltige – sie sind ebenfalls kariogen.

Wer genau wissen will, inwieweit seine Ernährung aus zahnmedizinischer Sicht gesund ist und wo Verbesserungsmöglichkeiten lauern, der kann dies von seinem Zazhnarzt erfahren. Führen Sie in diesem Zusammenhang eine Woche ein Ernährungsprotokoll, in dem Sie alles auflisten, was Sie zu sich nehmen (flüssige und feste Nahrung), wann sie dies tun und wie lange sie dafür brauchen. Bewahren Sie (soweit möglich) die zugehörigen Lebensmittelverpackungen auf. Mit diesem Ernährungsprotokoll und den Verpackungen (bzw. deren Etiketten) im Gepäck vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Zahnarzt.

Fluoride als Kariostatika

Als Kariostatika werden Substanzen bezeichnet, welche die Bildung von Karies zu hemmen im Stande sind. Die wohl wichtigsten und am besten erforschten Kariostatika sind Fluoride (Natriumfluorid, Natriummonofluorphosphat, Aminfluorid, Zinnfluorid).

Fluoride sind natürliche Substanzen, die sowohl im Grundwasser als auch in der Nahrung vorkommen und im menschlichen Knochen eingelagert werden. Darüberhinaus gibt es zahlreiche im Handel erhätliche Produkte, denen Fluoride beigefügt werden: Zahnpasta, Mundspülungen, Zahn-Gele, Salz, Mineralwasser und Tabletten.

Wie beinahe jede andere Substanz sind Fluoride in Maßen gesund und bei übermäßigem Konsum toxisch. Bei der Auswahl fluoridierter Lebensmittel ist daher unbedingt darauf zu achten, die toxische Dosis nicht über längere Zeit zu überschreiten. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Zahnarzt über eine geeignete „Strategie“ beraten.

Werden Fluoride in der richtigen Dosis angewendet, entfalten sie eine breitgefächerte karieshemmende Wirkung:

1)    Fluoride werden in den Zahn eingebaut und machen diesen dadurch widerstandsfähiger gegen Säuren (die Löslichkeit von Apatit wird herabgesetzt)

2)    Fluoride helfen, die Zähne zu reparieren, indem sie die Remineralisation der Zähne fördern (caries reversal)

3)    Fluoride können die Vermehrung von Bakterien hemmen und deren Fähigkeit, sich an Zähnen festzuhalten mindern (Minimierung der Adhärenz).

Die aufgeführten Informationen sollten nicht als alleinige Grundlage für Entscheidungen dienen, die Ihre Gesundheit betreffen. Holen Sie bitte stets auch den Rat Ihres Arztes ein.

Abrechnungsinformationen: Informationen, die sich auf die zahnärztliche Abrechnung oder allgemein auf Bestimmungen aus Gebührenordnungen beziehen, wurden sorgsam recherchiert, sie erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Eine Gewähr ist ausgeschlossen. Derlei Informationen sind lediglich als Erstinformation für die Öffentlichkeit und unsere Kunden gedacht.