Plaque bzw. Zahnbelag

Der allgemein auch als Zahnbelag bezeichnete Plaque ist ein zäher gemischter Biofilm aus Speichel, Nahrungsresten und verschiedenen Bakterien sowie deren Stoffwechselprodukten. Plaque ist meist dort zu finden, wo eine gründliche Reinigung (richtiges Zähneputzen, Professioenlle Zahnreinigung) der Zähne nur mit großem Aufwand durchgeführt werden kann (Zahnzwischenräume, freiliegende Zahnwurzel-Oberflächen). Da Bereiche, an denen häufig zu finden ist, von der anderen Seite aus betrachtet diejenigen Stellen sind, an denen am häufigsten Zahnkaries entsteht, spricht man auch von kariesdisponierten Bereichen (Kariesprädillektionsstellen).

Die Entstehung von Plaque vollzieht sich über mehrere Schritte:

1)    Eiweißbestandteile des Speichels legen sich auf die Zahnoberfläche (elektrostatische Bindung) und bilden eine hauchdünne Membran

2)    An dieser Membran “siedeln” bereits nach wenigen Stunden verschiedene Bakterienarten (vorwiegend Kokken, Streptokokken und Aktinomyzeten)

3)    Wird diese frühe Form der Plaque nicht entfernt, gesellen sich zu den so genannten Frühsiedlern weitere Bakterienarten (etwa Aggregatibacter actinomycetemcomitans, Treponema denticola und Fusobacterium nucleatum)

Auf Grund der Struktur der Plaque und bedingt durch den Stoffwechsel der verschiedenen Bakterienarten ist alter Zahnbelag ein chemisch komplexes Gebilde (Proteine, Polysaccheride, Nukleinsäuren, Pipide) welches erstaunliche Klebeeigenschaften aufweist.

Für die Entstehung von Karies ist Plaque eine notwendige Bedingung: D.h. keine Plaque, keine Karies.

Unter den vielen Bakterienartenarten, welche im Zahnbelag zu finden sind, wird einer Art eine besondere Bedeutung bei der Entstehung von Karies zugesprochen. Das Streptococcus mutans Bakterium zeichnet sich durch eine Reihe von Eigenschaften aus, die es zu einer Gefahr für unsere Zähne machen. Es haftet überdurchschnittlich gut an Zahnoberflächen und ist zudem in der Lage, aus Glukose Säuren (Laktat, Pyruvat) zu bilden, welche Zähne demineralisieren können.

Nach heutigem Stand der Forschung ist Streptococcus mutans kein Bestandteil der natürlichen Mundflora, sondern ein ungebetener Gast, den man sich einfängt. Er wird von Munden zu Mund übertragen. Neben dem Streptococcus mutans gibt es eine Reihe weiterer Bakterienarten, welche auf Grund ihres Stoffwechsel Säuren bilden und so Zähne demineralisieren können (Laktobazillen, Aktinomyzeten). Die Zähne halten auch leicht säuerliches Milieu aus, ohne dass es zu erhöhtem Mineralverlusst käme. Allerdings gibt es eine Grenze: Diese liegt beim Zahnschmelz bei einem PH-Wert von ca. 5,5 und bei Zahnzement und Dentin bei einem PH-Wert von ca. 6,5.

Die aufgeführten Informationen sollten nicht als alleinige Grundlage für Entscheidungen dienen, die Ihre Gesundheit betreffen. Holen Sie bitte stets auch den Rat Ihres Arztes ein.