Mundgeruch: Ursachen & Beseitigung

Der Ausdruck Mundgeruch bezeichnet einen streng riechenden Atem. Die Bezeichnung selbst ist hierbei ein wenig irreführend, da der üble Geruch sich auch dann einstellen kann, wenn die betreffende Person durch die Nase ausatmet.

In der Wissenschaftssprache wird daher zwischen „echtem Mundgeruch“ (Foetor ex ore) und schlechtem Atem (Halitosis) unterschieden. Um den sprachlichen Gewohnheiten treu zu bleiben, wird im Folgenden von Mundgeruch gesprochen und dahinter die korrekte Bezeichnung in Klammern angeführt.

Mundgeruch (Halitosis) stellt alles andere als ein neues Phänomen da – er ist keine Zivilisationskrankheit. Die ersten schriftlichen Berichte über krankhaft schlechten Atem finden sich bereits bei den Griechen und Römern.

Vorbeugung und erste Maßnahmen

Die Ansicht, Mundgeruch (Halitosis) sei nur auf mangelnde Hygiene zurückzuführen, gilt heute als überholt. So ergab eine Befragung unter Zahnärzten in Deutschland, dass 76 Prozent ihres Standes selbst gelegentlich und sieben Prozent gar unter anhaltendem Mundgeruch leiden.

Dennoch spielt regelmäßige und gründliche Mundhygiene natürlich eine große Rolle: Denn es gibt zwar Formen des Mundgeruchs (Halitosis), deren Ursache nicht im Mund zu verorten ist. In 85 bis 90 Prozent der Fälle sind jedoch Bakterien in der Mundhöhle ursächlich für die Bildung eines dauerhaft schlechten Atems, wie Untersuchungen zeigen.

Um Mundgeruch zu bekämpfen, ist daher richtiges und gründliches Zähneputzen essentiell. Zusätzlich sollte Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume angewendet werden.

Ergänzend können medizinische Mundspülungen eingesetzt werden, um die Mundflora positiv zu verändern. Chlorhexidin haltige Lösungen erhalten Sie in der Apotheke. Allerdings sollten diese Spülungen nur über kurze Zeit angewandt werden.

Des Weiteren stellt eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) eine sinnvolle Maßnahme dar. Hierbei werden sowohl hartnäckige Beläge entfernt, als auch schwerzugängliche Stellen gründlich gesäubert.

Ursachen bekämpfen

Zähneputzen allein reicht oftmals nicht aus, um den schlechten Atem zu beseitigen. Dies kann verschiedene Ursachen haben.

Ernährung und Hausmittel

Was die Ernährung anbelangt, so gibt es Nahrungsmittel, die vorrübergehend schlechten Atem hinterlassen: rohe Zwiebeln, Knoblauch und Alkohol sind hierbei die bekanntesten Beispiele. Auf der anderen Seite gibt es auch Nahrungsmittel, die schlechten Atem überdecken, weil sie reich an ätherischen Ölen sind: Menthol, Minze, Pfefferminz, Ingwer und Petersilie.

Was viele nicht wissen, es gibt auch Lebensmittel, die Mundgeruch dauerhaft verbessern können. Hier ist in erster Linie Natur-Joghurt zu nennen. Studien haben gezeigt, dass der tägliche Konsum dieses Milchprodukts bereits nach sechs Wochen helfen kann: Die im Joghurt ansässigen Milchsäurebakterien (Streptococcus thermophilus und Lactobazillus bulgaricus) verdrängen schädliche Bakterien, die Schwefelstoffe erzeugen und verbessern so den Atem. Aber auch der Konsum von schwarzem Tee kann helfen, denn auch die in diesem Naturprodukt beinhalteten Polyphenole können Mundgeruch-Erzeugende Bakterien bekämpfen.

Wasser gegen Mundgeruch am Morgen

Sie haben sich vielleicht schon mal gefragt, warum der schlechte Atem verstärkt morgens auftritt? Der Grund ist die verminderte Speichelproduktion während des Schlafs: Je trockener der Mund, umso eher bildet sich Mundgeruch. Daher spielt Wasser eine entscheidende Rolle, Mundgeruch zu bekämpfen. Denn nur wer genügend Wasser zu sich nimmt, dessen Körper produziert auch ausreichend Speichel.

Zungenschaber benutzen

In 41 Prozent der Fälle sind nicht Speisereste oder Zahnbeläge die Ursache für den schlechten Atem, sondern Zungenbelag. Damit stellen Bakterien auf der Zunge bei weitem die die häufigste Ursache oralbedingten Mundgeruchs (Foetor ex ore) dar. Auch dies ist kein Wunder, da ca. 60 Prozent aller oralen Mikroorganismen nicht auf den Zähnen oder in den Zahnzwischenräumen, sondern auf der Zunge zu finden sind.

Um diese Ursache zu beseitigen, empfiehlt es sich, nicht nur die Zähne, sondern auch die Zunge regelmäßig zu reinigen. Dies kann mit einer normalen Zahnbürste geschehen oder mit einer Zungenbürste, die in gutsortierten Läden erhältlich ist.

Der Vorteil eines Zungenschabers gegenüber einer Zahnbürste ist seine flache Bauweise. Hierdurch können Sie mit ein Bisschen Übung auch Zungen-Bereiche am Rachen säubern, ohne dass ein Würgereflex ausgelöst wird.

Schlechter Atem trotz Zähneputzen und Zungenreinigung?

Ist die Ursache des Mundgeruchs im Mund zu verorten (Foetor ex ore) und ist zudem Zungenbelag als Ursache ausgeschlossen, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit entweder eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) oder eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) für den schlechten Atem verantwortlich - natürlich kann auch Karies eine Rolle spielen.

Neben oralen Befunden ist es zudem möglich, dass eine Erkrankung der Nasennebenhöhlen oder des Magendarmtraktes die Ursache des Mundgeruchs (Halitosis) darstellt.

In jedem Fall sollten Sie die Ursache beim Zahnarzt abklären.

Die aufgeführten Informationen sollten nicht als alleinige Grundlage für Entscheidungen dienen, die Ihre Gesundheit betreffen. Holen Sie bitte stets auch den Rat Ihres Arztes ein.

Abrechnungsinformationen: Informationen, die sich auf die zahnärztliche Abrechnung oder allgemein auf Bestimmungen aus Gebührenordnungen beziehen, wurden sorgsam recherchiert, sie erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Eine Gewähr ist ausgeschlossen. Derlei Informationen sind lediglich als Erstinformation für die Öffentlichkeit und unsere Kunden gedacht.