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    So geht es

      Metallfreier Zahnersatz aus Zirkonkeramik

      Moderne Alternative zur Herstellung metallfreier Kronen und Brücken

      Das Zauberwort heißt Zirkonoxid, kurz Zirkon genannt. Zirkon war bis vor wenigen Jahren eher aus der Raumfahrttechnik (Hitzeschild für die Spaceshuttle), aus dem Motorsport (Bremsscheiben für Rennautos) oder aus der Medizintechnik (künstliche Gelenke) bekannt und hat vor einigen Jahren den Einzug in die Zahnmedizin gefeiert.

      Fast alles, was bisher im Bereich Zahnersatz nur mit Metall hergestellt werden konnte, kann man jetzt mit einem Höchstmaß an Präzision und Sicherheit aus Zirkon herstellen: Kronen, Brücken (die neueste Technologie der Marktführer Wieland mit dem Zeno® System erlaubt sogar die Herstellung von 14-gliedrigen Brücken), Inlays, Implantat-Suprakonstruktionen und neuerdings sogar die Abstützkronen für Teleskopprothesen. Zirkon ist sehr hart und hat eine sehr hohe Biegefestigkeit. Aufgrund der helleren Farbe und in Verbindung mit speziell dafür abgestimmten Keramiken lässt sich heutzutage ästhetisch und funktionell einwandfreier Zahnersatz sowohl für den Frontzahn- als auch für den Seitenzahnbereich herstellen.

      Statt des Metallgerüstes für die herkömmlichen Kronen und Brücken kommt dabei ein Kern aus Zirkon zum Einsatz. Nachteile, welche diese Metallkonstruktion mit sich bringt, werden somit eliminiert. Kälte- und Wärmeempfindlichkeit gehören der Vergangenheit an. Die helle Farbe des Zirkons verhindert die Bildung von dunklen Rändern am Kronenrand, die besonders im Frontzahnbereich sehr störend und unästhetisch wirken können. Zirkon ist allergieneutral und komplett biokompatibel und daher sehr gut geeignet für Patienten, die allergisch auf Metalle reagieren oder den Metallgeschmack im Mund nicht vertragen.

      Wie beispielsweise eine Brücke aus Zirkon hergestellt wird: Der Zahnarzt nimmt – wie für anderen Zahnersatz auch – nach der Präparation der Zähne einen Abdruck. Aus dem Abdruck wird ein Modell aus Spezialgips hergestellt. Dieses Gipsmodell wird in dem zahntechnischen Labor mit einem speziellen Scanner erfasst und als Computerdatei digitalisiert und gespeichert. Diese Datei beinhaltet den virtuellen Abdruck der Zahnpräparation. Auf diesem virtuellen, dreidimensionalen Modell modelliert der Zahntechniker auf dem Bildschirm die Form der zukünftigen Brücke. Die so gefertigte Computermodellation wird anschließend an eine CNC-Fräsmaschine per Datenkabel gesendet. Die Maschine fräst nun die Brücke innerhalb von Minuten aus einem industriell gefertigten Zirkon-Rohling (ein im Werk hergestellter Zirkonblock). Nachdem das Zirkongerüst gefräst worden ist, erhält dieses seine endgültige Härte in einem Brennofen. Anschließend verblendet der Zahntechniker die Brücke mit speziell dafür abgestimmten Keramiken.

      Auch wenn die Technik der Zirkonbearbeitung heute fast alles möglich macht, sind auch ihr Grenzen gesetzt. Zirkonbrücken sind für Patienten, die knirschen oder fremde Gegenstände kauen, nicht geeignet. Ebenso sollte auf Zirkonbrücken lieber verzichtet werden, wenn der Querschnitt der Brückenkonnektoren unter 10 mm² beträgt (dies wird laborseitig vom Computerprogramm überprüft). Die Preise für Zirkonkronen sind z.Zt. etwas höher als die von konventionellen Metall-Keramik-Brücken, aber aufgrund der rasanten Entwicklung ist hier mit sinkenden Preisen zu rechnen.

      Autor: Zahnarzt Hannover

       

       

       Die aufgeführten Informationen sollten nicht als alleinige Grundlage für Entscheidungen dienen, die Ihre Gesundheit betreffen. Holen Sie daher, wenn es um Ihre Gesundheit geht, den Rat Ihres Arztes ein.